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Die seniorenfreundliche Website PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von von dem Redaktionsteam   

Das Internet wird bei Senioren immer beliebter. Die Gründe sind recht vielseitig und reichen von dem Wunsch nach Weiterbildung bis hin zur üblichen Freizeitgestaltung durch Animation, die ansonsten einen deutlich höheren Aufwand bedeuten würde.

Wenn Sie sich als Praxis vor allem auf den Bereich des Zahnersatzes spezialisiert haben, kann es wichtig sein, gerade beim Einsatz einer Website für die Praxis auf Wesentliche dinge Rücksicht zu nehmen.

 

Klar verständliche Sprache – keine Fremd- oder Fachwörter

Verwenden Sie keine englischen Begriffe, komplexen Formulierungen oder (technischen) Fachwörter. Grund: viele ältere Menschen befürchten ohnehin schon, dass ihre Kenntnisse für die Internetnutzung nicht ausreichen. Komplizierte Sätze, Fach- und Fremdwörter, oder jugendspezifisches Vokabular können diesen Eindruck verstärken, ältere Surfer verunsichern und von der Nutzung einer Website abhalten. Vermeiden Sie jedoch spezifisch auf das Alter dieser Zielgruppe abzielende Formulierungen. Das könnte als diskriminierend empfunden werden. Formulieren Sie deshalb möglichst neutral, bevorzugen Sie den Dialog statt den Monolog, das kann bevormundend wirken. Falls es sich nicht vermeiden lässt und Sie spezielle Fachwörter verwenden müssen, bietet sich eine Online-Hilfe als Lösung an, über die die Surfer unklare Begriffe nachschlagen können.


Übersichtliche Gestaltung von Informationen, Vermeiden von Informationsflut

Senioren fühlen sich oftmals von der Informationsflut auf vielen Internetseiten überfordert. Vielen fällt es schwer, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden und auch das Nutzen von Such- und Recherchemöglichkeiten ist für viele Silver Surfer ein Problem. Achten Sie deshalb bei der Gestaltung Ihrer Website auf ein einfaches, ruhiges Design und gliedern Sie die Inhalte einheitlich, übersichtlich und systematisch, anstatt sie mit optischen Reizen zu überladen. Mehr Übersichtlichkeit erreichen Sie beispielsweise, indem Sie Überschriften und Texte deutlich trennen, ebenso Zwischenüberschriften und Links. Bei passenden Gelegenheiten sollten Sie zudem Informationen mittels Tabellen und Grafiken bildlich darstellen. Außerdem wichtig: Ermöglichen Sie Ihren Usern ein schnelles Auffinden von Informationen und vermeiden Sie eine zu große Informationsflut, indem Sie sich auf die wirklich wichtigen Dinge beschränken. Formulieren Sie die Inhalte möglichst knapp und wiederholen Sie an passender Stelle Schlüsselinformationen. Damit erleichtern Sie Ihren Usern das Unterscheiden zwischen wichtigen und unwichtigen Inhalten. Bieten Sie Ihnen zudem eine korrekt dargestellte Version umfangreicher Informationen zum Druck an - ohne dass eine Einstellungsänderung nötig ist.
Achten Sie auch darauf, dass Ihr Online-Angebot auch mit älteren Browser-Versionen und ohne Cookies oder Java nutzbar ist. Insbesondere Ältere empfinden Aufforderungen zum Ändern der Einstellungen oder zum Download zusätzlicher Plug-Ins als unzumutbar oder unnötig und viele werden entsprechend Angebote meiden.

 

Wichtig bei Online-Shop: Sicherheit und Seriösität ermitteln

Ein wichtiges Thema: Sicherheit im Netz. Viele Silver Surfer fürchten sich vor Viren und dem Missbrauch persönlicher Daten. Zudem haben sie oftmals Zweifel an der Sicherheit der Zahlungsabwicklung und der Lieferung bestellter Waren. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass ältere Konsumenten Online-Shops bevorzugen, die in Verbindung zu einem in ihrer Nähe befindlichen stationären Anbieter stehen. Betreiben Sie ein solches „reales“ Ladenlokal oder sind eine Kooperation mit einem solchen eingegangen, sollten Sie deshalb unbedingt an prominenter Stelle darauf hinweisen. Ebenso bietet es sich insbesondere im Hinblick auf die Zielgruppe der älteren Internetnutzer an, zusätzlich zum reinen Online-Angebot eine Service-Hotline einzurichten, bei der Informationen zum Bestellvorgang und zu Produkten eingeholt werden können. Durch ein persönliches Telefonat können Bedenken gegenüber dem virtuellen Anbieter, der hierdurch greifbarer wird als durch einen alleinigen Internetauftritt, oftmals verringert werden. Online-Händler, die über bekannte Marken verfügen, sollten diese deutlich und einheitlich auf ihrer Website präsentieren, da der Wiederkennungseffekt eines Logos oder Schriftzugs das Vertrauen in den Händler fördern kann. Speziell beim Einkauf in Online-Shops ist das wahrgenommene Kaufrisiko sehr hoch. Diesem Phänomen können Sie entgegenwirken, indem Sie beispielsweise mehrere und besonders große Abbildungen der Ware in der Vorschau darstellen. Zudem sollten Sie Ihre Sicherheitsleistungen klar präsentieren, insbesondere, wenn diese bei Ihnen oder dem Konsumenten Kosten verursachen. Weisen Sie deshalb deutlich auf folgende Leistungen hin: Versandversicherungen, Garantieleistungen, Kundendienst, Reparaturserviceleistungen, vereinfachte Rücksendemöglichkeiten, Sendungsverfolgung, eine Zugehörigkeit zu einem Verband oder einer Verbundgruppe, ein verliehenes Gütesiegel oder die Möglichkeit, auf Rechnung zu zahlen. Vertrauensmanagement endet jedoch nicht mit dem Kauf. Führen Sie deshalb auch nach dem Kauf vertrauensbildende Maßnahmen durch, beispielsweise indem Sie nach dem Kauf die Zufriedenheit beziehungsweise Unzufriedenheit Ihres Kunden erfragen. Vermeiden Sie es jedoch, Ihrem Kunden unaufgefordert E-Mails oder Newsletter zu schicken. Das könnte den Eindruck erwecken, dass Sie mit persönlichen Daten nicht sorgsam umgehen.

 

Interaktionsdesign

Ein zentraler Aspekt des Älterwerdens ist bei vielen Personen der Verlust beruflicher und privater Rollen, die zur Selbstverankerung des Individuums gedient haben. Der Wunsch, einen Ausgleich für die verlorenen Rollen und Aufgaben zu finden, ist bei vielen Senioren stark ausgeprägt. Aufgrund bestimmter Lebensereignisse wie dem Ausscheiden aus dem Beruf oder dem Tod des Lebenspartners wächst die Bedeutung von Kontakten, die die entstandenen Leerräume zu schließen vermögen. Trotz oder gerade wegen des höheren Alters ist es für viele ältere Menschen wichtig, am sozialen Leben teilzuhaben. Gerade in diesem Zusammenhang lassen sich mögliche Handlungsempfehlungen für Internetangebote und den Online-Handel ableiten, die über die reine Transaktionsabwicklung hinaus Mehrwerte schaffen und dem gesteigerten Aktivitäts- und Interaktionsbedürfnis entgegenkommen. Das Internet bietet hier vielfältige Ansatzpunkte, etwa durch Chats, Foren oder E-Mail-Kontakte mit Personen mit ähnlichen Interessen. Ein Online-Händler kann diese Maßnahmen nutzen, um sowohl die Kundenakquisition als auch die Kundenbindung zu stärken – die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen stellen Anhaltspunkte in dieser Hinsicht dar. Einrichtung von Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten:

 

  • Teilnahmemöglichkeiten an integrierten Fragebögen und Unterhaltungsmöglichkeiten,
  • Einrichtung eines „Clubs“ oder einer ähnlichen Möglichkeit zur sozialen Vernetzung,
  • Angebot eines Newsletters,
  • Integration eines Forums, Chats, Gästebuchs oder schwarzen Bretts,
  • Bereitstellung von Mechanismen, die Fragen beantworten oder dem Nutzer bei Bedarf Unterstützung bieten.

Anmerkungen zur Barrierefreiheit

Viele der genannten Punkte überschneiden sich mit Elementen der Barrierefreiheit, die seit 2002 das Gebot der Anti-Diskriminierung umsetzt. Einen Online-Shop barrierefrei zu gestalten, bedeutet einzuplanen, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, unterschiedlicher Soft- und Hardware und unterschiedlichen Browser-Einstellungen auf den Shop zugreifen können. Im Folgenden wird kurz dargestellt, inwiefern die vier oben genannten Aspekte der seniorenfreundlichen Website-Gestaltung mit Elementen der Barrierefreiheit zusammenhängen. Die dargestellten Überlegungen zur Informationsaufbereitung entsprechen der Notwendigkeit einer allgemeinen Verständlichkeit. Eine angemessene und einfache Sprache ist nicht nur für die geeignete Ansprache von Senioren unerlässlich, sondern ist auch im Sinne der Barrierefreiheit.

 

  • Das Vertrauensmanagement trägt der Zugänglichkeitsdimension der Barrierefreiheit Rechnung, beispielsweise indem die verminderte Leistungsfähigkeit der Endgeräte eingeplant wird. So sollen auch verschiedene Browser und Betriebssysteme bei der Online-Shop-Gestaltung Berücksichtigung finden und die Zugänglichkeit für den User verbessern.
  • Dem Abbau von Barrieren dient ebenfalls die Verwendung eines einheitlichen Layouts, dieses erleichtert die Orientierung und fördert die Wiedererkennung durch den Nutzer.
  • Beim visuellen Design werden besonders durch die Möglichkeit zur individuellen Schriftvergrößerung, einen kontrastreichen Farbeinsatz, die Vermeidung von Animationen und eine übersichtliche Navigation die Prinzipien der Barrierefreiheit beachtet. Die Grundsätze einer „guten“ Navigation werden durch eine optisch klare und übersichtliche Navigationsleiste und durch eine einheitliche Kennzeichnung der Links erfüllt.
  • Das Interaktionsdesign kommt durch das Angebot von Mechanismen, welche eine Beratungsfunktion übernehmen, der Barrierefreiheit nach. Ansonsten ist dieses Designelement allerdings als eher losgelöst von der Barrierefreiheit anzusehen.

 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die einzelnen Designelemente in unterschiedlichem Ausmaß der Barrierefreiheit entsprechen. Eine Überschneidung ist vorhanden, sie ist jedoch nicht vollständig – ein barrierefreier Online-Shop muss nicht seniorenfreundlich sein, ein seniorenfreundlicher Online-Shop aber zumeist barrierefrei.

 

Quelle: Leitfaden „Seniorenfreundliche Website-Gestaltung“, für 5 Euro erhältlich über ecc-handel (www.ecc-handel.de).

 
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